Geschichte des NNVM

Aus NNVM (Netzwerk der Naturwissenschaftlichen Vereinigungen in Mitteleuropa)
Wechseln zu: Navigation, Suche

Seit zum Teil über 200 Jahren gibt es in ganz Mitteleuropa regional aktive naturkundliche Vereinigungen, die sich zumeist »Naturwissenschaftlicher Verein«, »Naturkundeverein« oder »Naturforschende Gesellschaft« nennen, und meist noch einen Orts- oder Regionennamen im Titel tragen. Sie widmen sich, zum Teil in vielfältigen Arbeitsgemeinschaften, der naturkundlichen Regionalforschung, der naturwissenschaftlichen Bildungsarbeit und dem regionalen Naturschutz.

Die vorwiegend regionale Organisationsstruktur ist einerseits stets die Stärke dieser Bewegung gewesen, in der heutigen Zeit mit globaler Konkurrenz um Aufmerksamkeit aber zugleich auch ein Problem. Die Konzentration auf den eigenen regionalen Arbeitsraum geht auf Kosten der Verbindung zu den Schwestervereinen in anderen Regionen. Und auch wenn Vereine Kontakte untereinander aufbauen und pflegen, geht die gesellschaftlich wichtige Arbeit dieser Vereine in unserer heutigen Mediengesellschaft zu häufig unter. Während einige Vereine sich in den letzten Jahren verstärkt der Öffentlichkeit zugewendet haben, und u.a. durch ihre Jugendarbeit auf sich aufmerksam machen konnten, stehen andere Vereine zunehmend vor Nachwuchssorgen, so dass auch schon vereinzelt Vereine mit jahrhunderte alter Tradition ihre Arbeit einstellen mussten.

Um diesen Trend langfristig umzukehren, die Vereine stärker zu vernetzen und sich gemeinsam den drängenden Fragen um die Zukunft dieser Bewegung zu widmen, wurde 1992 in Bielefeld der DNVD als »Dachverband der Naturwissenschaftlichen Vereinigungen Deutschlands e.V.« gegründet.

Seine ambitionierten Ziele erreichte er nur teilweise. Zwar gelang es in den folgenden zehn Jahren durch intensive Pressearbeit wieder vermehrt auf die naturwissenschaftlichen Vereine aufmerksam zu machen, und auch einige bundesweite Resonanz zu erzielen. Auch wurden, und dies war besonders gelungen, jährlich an wechselnden Orten Treffen der Vereins- Mitglieder abgehalten, jeweils ausgerichtet von einem der lokalen Vereine. Jedoch scheiterte das Konzept des DNVD letztlich an seiner Organisationsform - viele Vereine empfanden einen Dachverein mit Mitgliedsgebühren als zu starr und unflexibel.

Deswegen wurde auf dem Jahrestreffen des DNVD in 2005 einstimmig beschlossen, den DNVD zugunsten eines flexibleren Netzwerkes aufzulösen, das keine Landesgrenzen mehr kennt, freier agieren kann, und grundsätzlich allen Organisationen in der Tradition der naturwissenschaftlichen Vereinigungen offensteht.

Die erste Aufbauphase dieses Netzwerkes, des NNVM, war nach vier Jahren in 2009 weitgehend abgeschlossen. Sie beschränkte sich vor allem auf Mehrspartenvereine im deutschsprachigen Mitteleuropa und weitere Vereine in anderen Ländern, die Kontakte suchen und für die es kein Sprachproblem gibt. Die nächste Ausbauphase wird darin bestehen, auch stärker spezialisierte Vereine (Einspartenvereine) und weitere Vereine in grenznahen Regionen ins Netzwerk zu integrieren, wenn sie dies wünschen. Die volle Ausdehnung auf ganz Mitteleuropa macht Mehrsprachigkeit erforderlich und ist wegen des hierfür nötigen Aufwands erst in einer weiteren Ausbauphase erreichbar. Aber schon jetzt freuen wir uns über die aktive Beteiligung der immer größer werdenden Zahl von Vereinen, die hier erfasst und zu ihrem eigenen Wohl miteinander vernetzt werden möchten.

Quelle: https://nnvm.eu/web/Geschichte_des_NNVM