Bericht über die Tagung 2006 in Cottbus

From NNVM (Netzwerk der Naturwissenschaftlichen Vereinigungen in Mitteleuropa)
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Bericht über die Versammlung am Samstagvormittag, den 9. September 2006
Prof. Dr. Peter Finke (Bielefeld)


Begrüßung und Eröffnung

Werner Pfeil (Cottbus) eröffnete bei 35 anwesenden Delegierten als Moderator des ersten Teils unsere Sitzung kurz nach 9.00 Uhr und gab dem stellvertretenden Vorsitzenden des NVN, Herrn Werner Nowel, das Wort. Dieser begrüßte die Teilnehmer und informierte kurz über den NVN, dessen Vorsitzende, Frau Ursula Striegler, wegen einer Auslandsreise leider nicht an der Tagung teilnehmen konnte. Nach ihm hieß uns der Amtierende Oberbürgermeister, Herr Kelch, in der Stadt Cottbus willkommen und erwähnte die für den Nachmittag geplante Enthüllung einer Ehrentafel für den Australienforscher Ludwig Leichhardt, dessen Urenkel auch an unserer Versammlung teilnahm. Nach ihm eröffnete Prof. Dr. Peter Finke (Bielefeld) im Namen des Lenkungskreises für den Aufbau des Netzwerks die Tagung formell und bat die Teilnehmer, sich selber kurz vorzustellen. Danach charakterisierte er kurz die trotz der Kurzfristigkeit sehr erfreulichen Rückmeldungen auf die Einladung und gab den weiteren Ablauf der Versammlung bekannt.

Bericht über den Stand der Arbeiten am Netzwerk NNVM

Georg Meyer (RNG Mainz) vom Lenkungskreis übernahm gegen 9.35 Uhr die Moderation von Werner Pfeil, erläuterte kurz, dass der Lenkungskreis in der kommenden Stunde mit verteilten Rollen und auf der Basis einer vorbereiteten Präsentation die bisher geleistete Arbeit am NNVM vorstellen wolle und gab das Wort an Herrn Finke zur Darstellung der Vorgeschichte, der Paderborner Beschlüsse vor einem Jahr und der dort gewählten „Beauftragten” zur Entwicklung des Netzwerks, die den Lenkungskreis bilden.

Herr Finke stellte daraufhin kurz die Entwicklung des „Dachverbandes der Naturwissenschaftlichen Vereinigungen Deutschlands e.V.”, des DNVD, dar und erklärte die Gründe, warum dieser nicht den erhofften Erfolg gehabt hat und daher von der letzten Mitgliederversammlung 2005 in Paderborn einstimmig aufgelöst worden war. Mit dieser Auflösung war aber der Auftrag verbunden, anstelle dieses Verbandes in den kommenden fünf Jahren und unter Verwendung des Restvermögens des DNVD ein Netzwerk der Naturwissenschaftlichen Vereinigungen in Mitteleuropa zu entwickeln, das die Möglichkeiten des Internets voll ausschöpft und jegliche überflüssige Bürokratie vermeidet.

Der Moderator gab das Wort weiter an das Mitglied des Lenkungskreises Dr. Volker Münchau (NV Lübeck), der die im ersten Jahr geleistete Arbeit charakterisierte. Er legte dabei besonderen Wert auf die Absicht, mit dem Netzwerk ein für die Vereine hilfreiches und nützliches neuen Instrument zu schaffen, das viele von ihnen dringend benötigen. Er nannte Beispiele für häufige Probleme der Vereine und betonte, dass das Netzwerk dazu beitragen wolle, diese zu lösen.

Nach diesen Ausführungen gingen wir live ins Internet und zeigten und erläuterten die bis dato programmierten Seiten des NNVM, die zuvor niemand der Teilnehmer gesehen hatte, da sie noch nicht öffentlich zugänglich gewesen waren. Leider konnte unser webmaster, Herr Silvan Rehberger (Freiburg), nicht nach Cottbus kommen; die Mitglieder des Lenkungskreises erläuterten daher die neuen Möglichkeiten gemeinsam.

Bei dieser Gelegenheit gaben wir auch einen Einblick in die der Homepage zugrunde liegende Datenbank der Vereine, die aus Sicherheitsgründen auch künftig nicht allgemein zugänglich sein wird, für die aber passwortgeschützte vereinsindividuelle Zugänge vorbereitet werden, mit denen die Vereine aber nur ihre jeweils eigenen Daten aktualisieren und verändern können. Man bekam einen Eindruck von der Fülle der schon programmierten Vereine in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Polen, wobei natürlich noch Lücken klaffen. Wir führten auch die Möglichkeit vor, sich über Karten, die auf der Basis von Google Earth programmiert worden sind, die geografische Lage der Vereine anschaulich vor Augen zu führen, und wir demonstrierten an mehreren Beispielen die Vernetzung mit den eigenen Homepages der Vereine selber, die es gestattet, sich dort in Sekundenschnelle weiter zu informieren.

Herr Meyer beschloss diesen Teil der Versammlung mit einem kurzen Resümee der Arbeit dieses ersten Aufbaujahres aus Sicht der Beauftragten und nannte einige Perspektiven für die künftige Arbeit, darunter die Einrichtung der passwortgeschützten Zugänge zur Datenbank, deren fortgesetzte Vervollständigung auch mit Vereinen anderer Nachbarländer, die Entwicklung einer Nachrichtenbörse der Vereine untereinander und die Planung weiterer Tagungen für die nächsten Jahre.

Allgemeine Aussprache, Fragen, Anregungen, Lob, Kritik

Für diesen von Herrn Finke moderierten Teil der Versammlung, der etwas später als geplant gegen 10.45 Uhr begann und nur durch eine kurze Kaffeepause unterbrochen wurde, waren anderthalb Stunden angesetzt worden, um den angereisten Vereinsvertretern Gelegenheit zu geben, ohne Zeitdruck ihre Meinung zum Netzwerkprojekt zu sagen. Dies geschah auch reichlich und man kann diese Wortmeldungen so zusammenfassen, dass es einhellig begrüßt wurde. Es sollen deshalb hier nur wenige Stimmen stellvertretend erwähnt werden.

Herr Prof. Dr. Dieter Rodi (NV Schwäbisch-Gmünd), der schon Gründungsmitglied des DNVD gewesen war und dessen gesamte Entwicklung und alle seine Tagungen miterlebt hatte, stellte heraus, was viele empfanden, nämlich dass hier entscheidende Verbesserungen und Veränderungen vorgenommen worden seien, die zuversichtlich stimmten. Der neue Weg einer Art lockerer Arbeitsgemeinschaft ohne das Korsett eines eingetragenen Vereins mit Beiträgen, Vorstandssitzungen und Regularien, aber dafür konsequenter Nutzung der neuen Medien Internet und E-Mail könne tatsächlich jene Befreiung von den Hindernissen bedeuten, die den DNVD über zwölf Jahre gelähmt hatten. Die anwesenden Freunde aus Österreich, Ingrid und Dr. Peter Wiedner (NV für Kärnten, Klagenfurt), begrüßten ebenfalls die Gründung des Netzwerks und betonten, dass seine grenzüberschreitende Vernetzung von besonderem Wert sein könne. Herr Finke zitierte aus den während der vergangenen Wochen eingegangenen Antworten auf die Einladung weitere positive Stimmen von Vereinen aus Deutschland und der Schweiz. Vorsitzende und Vorstandsmitglieder anderer Vereine, z.B. Rolf Rathke (NV Magdeburg) oder Dr. Fritz Brozio (NG der Oberlausitz) stellten bereits Überlegungen an, dass sie womöglich in einem der kommenden Jahre die Netzwerktagung ausrichten könnten. Nur wenige Stimmen äußerten sich skeptisch; weit überwiegend herrschte die Meinung vor, dass das NNVM eine gute Chance für die Vereine und ihre Probleme bedeute.

Zusammenfassung, Ergebnisse und konkrete Schritte

Mit einer kleinen Verspätung gegenüber dem Zeitplan traten wir gegen 12.10 Uhr in diesen nächsten Teil ein, den Dr. Münchau moderierte. Zunächst fasste Herr Finke die Hauptpunkte, die bei der kommenden Weiterentwicklung berücksichtigt werden sollen, zusammen, und über diese wurde anschließend von den Mitgliedern des Lenkungskreises jeweils kurz dargelegt, wie sie in den kommenden zwölf Monaten behandelt werden sollen.

Diese Punkte sind: der Name (es bleibt bei „Netzwerk der Naturwissenschaftlichen Vereinigungen in Mitteleuropa”, allerdings sind alle aufgerufen zu überlegen, ob noch ein Kurzname gefunden werden kann; dies ist aber nicht unbedingt nötig), die Organisationsform (solange wir möglich und vielleicht auf Dauer bleibt es bei der freien Form ohne Vereinsbildung), die Finanzen (hier zehren wir noch von den DNVD-Mitteln, müssen aber überlegen, wie wir neue Mittel beschaffen können), die weiteren Schritte im Internet (s.o.; die vereinsidividuellen, passwortgeschützten Zugänge zur Datenbank sollen bis Anfang oder Mitte November vergeben werden können), die Frage politischer Gespräche zur Unterstützung des Netzwerks (nicht vordringlich, aber es sollen Sondierungen erfolgen, wen sie sich ergeben), die mit der Fortführung der Arbeit zu beauftragenden Personen (die bisherigen Mitglieder des Lenkungskreises sind bereit, fürs erste weiterzuarbeiten, aber sie würden Verstärkung begrüßen. Später in der Tagung gelang es, hier für Werner Pfeil zu gewinnen), schließlich die nächsten Treffen.

Hier konnte erfreulicherweise mitgeteilt werden, dass Ort und Zeitpunkt der Tagung für das nächste Jahr bereits feststehen: der Westfälische Naturwissenschaftliche Verein wird in Zusammenarbeit mit dem Westfälischen Museum für Naturkunde die zweite Netzwerktagung vom 14.-16. September in Münster (D) ausrichten; dies, auch die frühe Festlegung des Termins, wurde allgemein begrüßt. Für 2008 wird der NV von Kärnten über die Möglichkeit einer ersten Tagung in einem Nachbarland nachdenken, für 2009 tut dies der NV Magdeburg und für 2010 soll versucht werden, eine Tagung in der Schweiz zustande zu bringen.

Abschlussworte

Der Schluss der sehr harmonischen und gut verlaufenden Versammlung wurde knapp gehalten. Es wurde Dank ausgesprochen für die Ermöglichung dieser wichtigen Versammlung, auch für die Bereitstellung der technischen und kulinarischen Rahmenbedingungen; dann wurde die Versammlung gegen 12.40 Uhr beendet.